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Bitter für den FSV Duisburg. Spruchkammer entscheidet dagegen…

Juli 25, 2019

Der FSV Duisburg besiegte Schwarz-Weiß Alstaden mit 11:0. In Gladbach gingen die Oberhausener dann mit 0:27 unter.

Friedhelm Thelen / Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Das war ein bitterer Abend für den FSV Duisburg. Zwar bestätigten die Zeugenaussagen weitgehend alle Vorwürfe gegen Schwarz-Weiß Alstaden – eine strafbare Spielmanipulation erkannte das Verbandsjugendsportgericht des Fußballverbandes Niederrhein aber nicht. Damit bleibt der B-Jugend des Vereins von der Warbruckstraße der Sprung in die Niederrheinliga verwehrt. Auch eine nachträgliche Zuordnung zu dieser Spielklasse als 15. Verein verweigerte der Verbandsjugendausschuss seine Zustimmung.

Am 30. Juni hatte der FSV zwar im Fernduell mit dem punktgleichen 1. FC Mönchengladbach einen 17:0-Auswärtssieg beim SV Biemenhorst vorgelegt, doch die Gladbacher gewannen ihrerseits mit 27:0 gegen Schwarz-Weiß Alstaden und schafften die „Quali“ damit aufgrund eines um sieben Treffer besseren Torverhältnisses.

Gegen dieses 27:0 hatte der FSV mit dem Vorwurf der Spielmanipulation Einspruch eingelegt. Der Vorwurf: Die Alstadener Spieler hätten aufgrund von Verletzungen in der Halbzeit, als es 11:0 stand, nicht weiterspielen wollen, seien aber von zwei Vertretern des eigenen Jugendvorstandes dazu genötigt worden, weiterzumachen. Auch nach Darstellung der beiden Alstadener Vorstandsvertreter gab es in der Halbzeitpause ein lautstark geführtes Gespräch, bei dem nach Aussagen einiger Spieler die Worte gefallen seien: „Ihr spielt bis zum bitteren Ende, sonst lasse ich Euch für ein Jahr sperren.“ Dieses oder ein ähnliches Zitat hat offenbar aber nur jener Vorstandsvertreter gesagt, der lediglich im Kabinentrakt stand. Sein Vorstandskollege bestätigte, dass dieser „auf 280“ war, er selbst sei in die Kabine gegangen, habe gefragt, ob jemand verletzt sei, und dann das Team aufgefordert, wieder auf den Platz zu gehen. Der Torhüter war aber offenbar so sehr an der Hand verletzt, dass ihm der Vorstandsvertreter gesagt habe, er solle bei der nächsten Ballberührung vom Platz gehen – was der Keeper in der 53. Minute nach Aussage des Schiedsrichters auch tat, worauf er durch einen Feldspieler ersetzt wurde. „Allerdings ist zu keinem Zeitpunkt ein Alstadener Trainer zu mir gekommen und hat um einen Abbruch gebeten“, so der Unparteiische.

Und damit waren dem Schiedsrichter die Hände gebunden, denn die Alstadener Trainer Giuseppe und Nunzio Gambino, die die Vorwürfe gegen ihren Vorstand erhoben, bestätigten, nie um einen Abbruch gebeten zu haben. Allerdings erklärte Nunzio Gambino: „Wäre es nach mir gegangen, hätte ich das Spiel in der Halbzeitpause beendet. Die Gesundheit meiner Spieler geht vor. Nichts anderes zählt.“ Laut Jugendspielordnung sind Trainer und Betreuer für den Trainings- und Spielbetrieb zuständig.

Der beim Verfahren nicht anwesende Torhüter des Teams erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme, er habe sich unter Druck gesetzt gefühlt. Das erklärten auch andere Spieler. Allerdings variierten die Aussagen darüber, mit wie vielen Spielern Alstaden die zweite Hälfte bestritten habe. Quintessenz war: Schwarz-Weiß hat wohl mit elf Spielern begonnen, mit zehn aufgehört, aber immer mal wieder haben Spieler den Platz verlassen und sind zurückgekommen.
Bitterer Beigeschmack

Da eine Manipulation entweder auf wissentlich falschen Entscheidungen oder unbefugter Beeinflussung beruht und zu einem Vorteil für sich selbst oder einen anderen Verein führen muss, wies das Verbandsjugendgericht den Einspruch zurück, da Alstaden sogar bei einem Abbruch ein Nachteil entstanden sei, weil der Verein für den Abbruch bestraft worden wäre. Und selbst wenn, so der Kammervorsitzende, eine Manipulation vorgelegen hätte, wäre das Ergebnis nicht verändert worden, da dies nicht passiere, wenn es nur um die Höhe des Ergebnisses gehe. Zudem wies der Verbandsjugendausschuss die Bitte zurück, den FSV als 15. Team in die Niederrheinliga aufzunehmen. „Dann hätten wir auch die übrigen Zweiten aufnehmen müssen. Und wir können die Niederrheinliga nicht mit 19 Mannschaften bestreiten“, so der Ausschussvorsitzende Michael Kurtz.

Für den FSV bleibt der bittere Beigeschmack, durch dieses Spiel um den Lohn von einem Jahr Arbeit gebracht worden zu sein.

 

Quelle: nrz.de